Auch schon vor zweitausend Jahren war das Gebiet außerhalb der Stadtmauern
bebaut und besiedelt. Entlang der Konsularstraßen reihten sich unzählige überirdische
Grabbauten aneinander, die christlichen und hebräischen Katakomben
orientierten sich ebenfalls an diesen Straßen.
Darüber hinaus legten aber einflussreiche und vermögende Römer ihre
Landvillen außerhalb der Stadtmauern an, in gewisser Entfernung von der Stadt
und ihrer Hektik. Diese Villen muss man sich nicht als einfaches Landhaus mit
etwas Garten drum herum vorstellen, nein, es waren fast eigenständige Kleinstädte.
Das eindruckvollste und am besten erhaltene Beispiel dafür ist die
Hadriansvilla in Tivoli, wo bis zu 30.000 Menschen lebten. Aber auch in der römischen
Peripherie befinden sich die erstaunlichen Reste einiger dieser Bauwerke. Die
schönsten und vor allem die zugänglichen sollen hier vorgestellt werden.
Die Villen:
- Villa presso il Casale del Podere Rosa
- Villa di Aquilio Regolo
- Villa di Via Carciano
- Villa dei Goridiani
- Villa dei Flavi Cristiani
- Villa delle Vignacce
- Villa dei Sette Bassi
- Villa dei Quintili
Villa presso
il Casale del Podere Rosa
Die Villa stammt ursprünglich aus
dem ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr., wurde aber bis ins fünfte
Jahrhundert baulich verändert. Der am besten erhaltene Teil - die
Thermen - stammen aus der ersten Phase. Ganz in der Nähe, von der Via
del Podere Rosa aus, erreicht man den Parco
Regionale Urbano di Aguzzano.
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Öffnungszeiten:
Die Villa ist nur auf Nachfrage bei der Soprintendenza
Archeologica di Roma zu besichtigen.
Adresse: Via Diego Fabbri (Nähe Via Nomentana, Viertel Monte Sacro Alto)
Verkehrsmittel: Bus |
Villa di
Aquilio Regolo
Aquilio Regolo war ein wichtiger Politiker, der unter den Kaisern Nero
(54 - 68 n. Chr.) und Domitian (81 - 96 n. Chr.) zu Reichtum kam -
hauptsächlich aufgrund seiner Aktivität als Denunziant. Besonders
beliebt wird er daher wohl nicht gewesen sein.
Seine Villa, die er gebraucht erstanden hat (sie wurde vermutlich schon
im zweiten Jahrhundert v. Chr. errichtet), wurde von ihm prachtvoll
aus- und umgebaut.
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Öffnungszeiten: Die Villa ist momentan nicht zugänglich, soll aber im Rahmen der Realisierung des
Parco Tiburtino-Collatino für die Öffentlichkeit geöffnet werden.
Adresse: Via Galla Placida/Via dei Cluniacensi (Nähe Via Tiburtina, Viertel Casal Bruciato)
Verkehrsmittel: Bus |
Villa
di Via Carciano
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Die Villa wurde einst im zweiten
Jahrhundert v. Chr. errichtet, aber dann drei Jahrhunderte später stark
erweitert. Die Anlage führte terrassenförmig bis zur Aniene hinunter.
Besonders bemerkenswert sind die teilweise gut erhaltenen Mosaikböden.
Die Struktur der Villa ist sehr gut in der Satellitenaufnahme von
Google Maps zu erkennen.
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Quelle: Discover Rome |
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Öffnungszeiten:
Die Villa kann nur auf Anfrage bei der Soprintendenza
Archeologica di Roma betreten werden. Wer aber zufällig dort
in der Nähe vorbeikommt, kann durch den Zaun einen ganz guten
Blick auf die beeindruckenden Reste werfen.
Adresse: Via Carciano (in einem Industriegebiet Nähe Via
Tiburtina, außerhalb des Autobahnrings)
Verkehrsmittel: Bus |
Villa dei Gordiani
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Der Villenkomplex, während des
dritten und vierten Jahrhunderts n. Chr. erbaut, lag ursprünglich auf
beiden Seiten der antiken Via Praenestina und war als einer der
luxuriösesten seiner Zeit bekannt. Der gleichnamige Park
bedeckt nur einen Teil der ursprünglichen Fläche der Anlage. Heute
sind noch die Reste einer Zisterne und einer Aula, aber auch die Reste
einer Villa aus der republikanischen Zeit Roms sichtbar.
Am beeindruckendsten ist aber die sehr gut erhaltene Ruine eines
Mausoleums (siehe Bild). Gut erkennbar ist die ursprüngliche
Kuppelform. Das Mausoleum ist im Volksmund als Tor de' Schiavi
bekannt, benannt nach den Grundeigentümern im 16. Jahrhundert, der
Familie de' Schiavi.
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Quelle: Discover Rome
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Neben den im Park sichtbaren Resten befinden sich weitere Fragmente
neben dem Parkplatz am Largo Irpinia, ca. 200 Meter weiter stadteinwärts
an der Via Prenestina.
Sehr schön anzuschauen sind die Aufnahmen der Reste der Villa aus der
Vogelperspektive bei Bing.
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Öffnungszeiten: Der Park, in dem die Villa
sich befindet, ist tagsüber geöffnet. Die Reste der Villa sind
eingezäunt und können nicht betreten werden, Anschauen aus der Nähe
ist aber möglich.
Adresse: Parco di Villa dei Gordiani, Via
Prenestina/Via Olevano Romano
Verkehrsmittel: Straßenbahnlinien 5, 14, 19
(Haltestelle Olevano Romano) |
Villa dei Flavi Cristiani
Die Villa war Teil der immensen Besitztümer des Kaisers Konstantin -
jener Konstantin, welcher im Jahre 313 das Christentum zur
Staatsreligion des römischen Reiches machte. Er gilt somit auch als
Gründer der Dynastie der christlichen Flavier (
Flavi cristiani),
im Gegensatz zu seinen heidnischen Vorfahren, der Familie
Flavi
(ohne Zusatz).
Dieser Teil des Komplexes war auch unter dem Namen ad duas lauros (ai
due allori - bei den zwei Lorbeerbäumen) bekannt. Leider wurden in
den 1920er Jahren die Teile der Villa, die aus der Erde schauten, mit
dem Bulldozer platt gemacht, um den Bau des damaligen Flughafens zu
ermöglichen. Die noch vorhandenen unterirdischen Strukturen, welche
auf manchen Luftaufnahmen klar zu erkennen sind, sind leider noch
nicht freigelegt worden.
Die Villa befindet sich im
Parco
di Centocelle, einem weitläufigen Park. Ganz in der Nähe
befinden sich sowohl der
Torre
di Centocelle und
das
Mausoleum der Hl. Elena,
welches einst Teil der Villa war (die Hl. Elena war die Mutter
Konstantins).
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Öffnungszeiten:
Leider ist die Villa nicht zu besichtigen
Adresse: Parco di Centocelle (Via Casilina)
Verkehrsmittel: Trenino (Ferrovia Laziali -
Pantano Borghese) Haltestelle Centocelle |
Villa delle Vignacce
Von der Villa delle Vignacce sind
nur wenige Reste sichtbar, welche allerdings sehr hübsch in den
Park
der Aquädukte eingefügt sind. Der Hauptteil der Villa ist
schlichtweg nicht ausgegraben worden und befindet sich unter der Erde.
Die Villa wurde in der Zeit zwischen dem zweiten und vierten Jahrhundert
n. Chr. erbaut und enthielt wertvolle Statuen, von denen einige in den
Vatikanischen Museen ausgestellt sind. Die heute sichtbaren Mauern gehörten
einst zu den Thermen und zu einer der zahlreichen Aulen der Villa.
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Öffnungszeiten:
Der Park ist immer geöffnet, die Reste der Villa sind ohne
Probleme zu besichtigen.
Adresse: Parco degli Acquedotti, Nähe Eingang Via Alessandro
Viviani (Nähe Via Tuscolana, Tuscolano-Viertel)
Verkehrsmittel: Metro A Haltestelle Lucio Sestio |
Villa
dei Sette Bassi
Die Villa dei Sette Bassi lag ursprünglich am sechsten Meilenstein der
antiken Via Latina. Heute verläuft in diesem Bereich die Via Tuscolana.
Der Komplex wurde in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhunderts n.
Chr. erbaut. Um die Gebäude herum erstreckten sich weitläufige
Gartenflächen. Die Reste eines kleinen Tempels, einer Zisterne und
eines kleinen Aquädukts sind heutzutage noch sichtbar.
Der Villenkomplex ist erst teilweise erforscht, wird aber zur Zeit
weiter ausgegraben und für eine baldige (?) Öffnung fürs Publikum
vorbereitet. Die Villa kann allerdings aus der Ferne, sowohl von der
Via
Tuscolana als auch von der
Via delle Capannelle, angeschaut
werden. Auf der anderen Seite letzterer Straße befindet sich der
Parco
degli Acquedotti.
Laut Zeitungsmeldungen (Corriere Laziale, 20.04.04) soll im Rahmen
einer umfangreichen Neurordnung der Verkehrsachsen zwischen
Piazzale
Cinecittà und dem GRA auf der
Via Tuscolana die
Via
delle Capannelle für den Autoverkehr gesperrt werden. Somit wird
die Villa direkt dem Park angegliedert werden. Bleibt zu hoffen, dass
auch die Villa möglichst bald der Öffentlichkeit zugängig gemacht
wird. Leider mahlen in der Ewigen Stadt die Mühlen oftmals sehr
langsam...
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Öffnungszeiten:
Die Villa war bei meinem letzten Besuch vor Ort (Herbst 2002)
geschlossen, es wurde aber daran gearbeitet, sie für den
Publikumsverkehr zu öffnen.
Adresse: Via delle Capannelle (Nähe Via Tuscolana, Viertel
Appio Claudio)
Verkehrsmittel: Metro A Haltestelle Cinecittà |
Villa
dei Quintili (zur
Beschreibung)