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Regen in Rom
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| Quelle: Discover Rome |
Der Regen in Rom ist schon ein interessantes Phänomen. Wenn die ersten Herbststürme
heranziehen, kann sich ein sonniger Tag innerhalb kurzer Zeit in ein
Weltuntergangsszenario verwandeln. Dann öffnet der Himmel die Schleusen und lässt
herabregnen, was nur möglich ist. Das Wasser sammelt sich auf den Straßen, da die
Kanalisation mit der Niederschlagsmenge nicht klar kommt; die Konturen der Stadt
verschwinden hinter grauen Regenschleiern und werden zu unkenntlichen Schemen. Wehe
demjenigen, der ohne regentaugliche Kleidung oder ohne Regenschirm unterwegs ist. In
weniger als einer Minute ist man durchnäßt bis auf die Haut; pudelnasse Personen
sammeln sich unter Vorsprüngen und sonstigen Schutzmöglichkeiten vor dem Regen.
So schnell wie der starke Regenguss begonnen hat, so endet er auch wieder. Meist dauern
diese Schauer nur wenige Minuten, bis hin zu einer halben Stunde. Danach kann es sehr
gut sein, daß die Sonne wieder herauskommt, es muß nicht unbedingt bei einem bedeckten
Himmel bleiben. Trotzdem liegt es im Bereich des Wahrscheinlichen, dass sich dasselbe
Schauspiel ein paar Stunden später wiederholt.
Allerdings gibt es noch eine zweite Art des Regens, die dem deutschen Besucher nicht
ganz unbekannt sein dürfte: die des Dauerregens. Aber selbst dieser Dauerregen gleicht
seinem deutschen Verwandten nicht ganz, sondern auch er besitzt ein südländisches
Temperament. Obwohl es nicht so stark regnet wie bei oben genanntem Schauer, so kommt
doch wesentlich mehr Wasser vom Himmel als bei einem dreiwöchigen Dauer(niesel)regen,
wie er z.B. im Ruhrgebiet recht typisch ist. Durch die größere Stärke tobt sich dieser
Dauerregen allerdings auch wesentlich schneller aus, nach einer bis zwei, höchstens drei
Stunden ist auch dieser Niederschlag vorbei, der Himmel hellt sich wieder auf.
Recht glücklich darf sich derjenige schätzen, der im „goldenen Oktober“ nach Rom reist,
um die Stadt an ihren schönsten Tagen im Jahr zu besichtigen. Hat es allerdings den
ganzen Sommer über nicht geregnet, dann ist es durchaus möglich, daß dies im Oktober
nachgeholt wird. Dann kann es vorkommen, daß über eine Woche hinweg jeden Tag mehrere,
schwere Niederschläge in der Stadt niedergehen, die zum Teil auch über eine Stunde
dauern können. Viel Spaß dann bei der Stadtbesichtigung... Immerhin hat Rom ja auch
einige Museen zu bieten.
Findige Italiener lassen sich allerdings auch dadurch nicht die Laune verderben. Wird
z.B. ein geplantes Picknick für Erasmusstudenten durch Regen gefährdet, so fällt dieses
nicht aus, sondern wird in die Einfahrt einer Tiefgarage verlegt, wo dann munter
getrunken und sich unterhalten wird.
(Geschrieben während meines Romaufenthaltes 1998/99)
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