Der
Campo Verano ist nicht ein simpler Friedhof nach deutschem Muster, sondern eine monumentale Totenstadt, da die Gräber meistens in Form von Mausoleen, sprich von kleinen
"Häusern" gebaut wurden, welche die Särge beherbergen. Viele Mausoleen sind
über hundert Jahre alt, es gibt aber auch einen neuen, modernen Teil. Andere Gräber werden von monumentalen Grabsteinen,
vor allem mit Statuen verziert, dominiert. Ich denke, die Bilder können
das "Konzept" ganz gut vermitteln.
Der Friedhof verbreitet eine eigentümliche Atmosphäre - er ist zwar die Stadt der Toten, aber auch des Lebens, wie die vielen
Besucher, aber auch das viele Grün beweisen. Er lädt daher zum ruhigen Verweilen ein, zum Sinnen, aber sicherlich nicht zum
Herumtollen.
Zur Geschichte des Friedhofs gibt es fast keine Informationen (auch die
offizielle Webseite gibt nur Informationen zur Bestattung aber keine zur
Geschichte) , außer, dass er 1837 angelegt wurde und noch im 19. Jahrhundert
zweimal vergrößert wurde, bis er seine heutige Größe erreichte. Illustre auf dem Friedhof begrabene Persönlichkeiten sind z.B.
Goffredo Mameli (Verfasser der italienischen Nationalhymne), Vittorio
Gassman, Vittorio de Sica und Alberto Sordi (alles bekannte
römische Schauspieler), Sergio Leone (Regisseur zahlreicher "Spaghetti-"Western) und
Marcello Mastroianni (den ich wohl nicht weiter
vorstellen muss).
Da ich selbst keine Infos liefern kann, bleibt mir nur die Empfehlung übrig, dem Friedhof einen Besuch abzustatten. Und sollte
es am 1. November sein, so kann man dort wie an keinem anderen Ort und Tag die Beziehung, die die Römer mit ihren Verblichenen
haben, bestaunen: Auf dem Friedhof ist mehr Leben als auf dem Campo de' Fiori!