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Aquädukte
Seit mehr als zweitausend Jahren befördern die römischen Aquädukte
qualitativ hochwertiges Wasser aus den umlegenden Bergen nach Rom und stellen somit
die Wasserversorgung von caput mundi, der Hauptstadt der Welt, sicher. Nicht alle
Aquädukte sindkomplett erhalten, manche sogar komplett zerstört bzw.
noch nicht wiedergefunden worden - schließlich verliefen sie nicht
überall oberirdisch.
Auf dieser Seite möchte ich euch einen kurzen Überblick darüber geben,
was ich selbst entdeckt habe.
Am interessantesten ist es, vom Zentrum aus den Aquädukten zu folgen, und so
langsam in die Peripherie vorzudringen, wo man um die Aquädukte herum bzw.
in ihrer Nähe noch so manche andere interessante Entdeckungen machen kann.
Als kleiner Hinweis: In dem Stadtplan des Falkverlages ist der erste Abschnitt des
Aquäduktes eingezeichnet.
Beginnen kann man den Spaziergang entweder an der Basilika von San Giovanni
in Laterano oder an der Porta Maggiore.
1. Tour
San Giovanni
(Erreichbar mit der Metro A, Haltestelle
San Giovanni, oder mit der Straßenbahnlinie 3)
Wenn man direkt vor der Scala Santa, der
heiligen Treppe, steht, geht links die Via D. Fontana den
Hügel hinunter. Auf der rechten Straßenseite kann man ein paar
Reste von Bögen eines Aquädukts erkennen, die in die Außenwand
eines Gebäudes intergriert sind. Nachdem man die Via Filiberto
überquert hat, folgt man gerade der Via Amedeo VIII,
bis man auf den Park stößt, man folgt der Mauer nach rechts
und dann wieder nach links, in die Via Ludovico. Der Park
nennt sich Villa Wolkonsky (typisch italienischer Name...),
dort befindet sich die britische Botschaft, weswegen der Park auch nicht
geöffnet ist. Man kann aber auch von außen die Reste des Aquädukts
erkennen, die sich im Park befinden. Folgt man weiter der Mauer und überquert
die Via di Santa Croce in Gerusalemme (die nach rechts zur
gleichnamigen Basilika führt, in welcher der angebliche Querbalken
des Kreuzes, an welches Jesus genagelt wurde, zu sehen ist) und folgt weiterhin
dem Aquädukt, so kommt man direkt zur Porta Maggiore,
dem größten (maggiore) bzw. wichtigsten Stadttor Roms.
Porta Maggiore
(Erreichbar mit den Straßenbahnlinien
3, 5, 14, 19 und der Ferrovia Laziale)
Die Porta Maggiore ist das
einzige Stadttor, welches zwei Konsularstraßen (der Via Prenestina
und der Via Casilina) als Stadteingang dient, einstmals trafen
hier auch sieben Acquädukte aufeinander. Jetzt heißt es Zähne
zusammen zu beißen und sich in Richtung Via Casilina (links
des Aquäduktes) durch den Verkehr zu kämpfen. Auf diesem Abschnitt
der Via Casilina verlaufen Aquädukt und Stadtmauer gemeinsam,
bis zum Viale Castrense. Hier gilt wieder: Achtung, Verkehr,
aber die Straße muss überquert werden, um dem Aquädukt
weiter folgen zu können.
Rechts des Aquäduktes verläuft
die Via Acireale, man sieht relativ wenig vom Aquädukt,
da er auf beiden Seiten mehr oder weniger zugebaut ist. Die Via Acireale
führt auf die Piazza Lodi, hier gibt es etwas grün
und ein paar Bänke, so dass man sich etwas ausruhen kann. Auf der
anderen Seite kann man direkt am Aquädukt weitergehen, die Straße
nennt sich Via Lanusei. Am Ende der Straße nach links
gehen und dann wieder nach rechts, in die Via Casilina Vecchia.
Wenn man um die folgende Kurve geht, wird man von einem alten Bogen/Tor
überrascht.
Die Via Casilina Vecchia windet
sich dann, in der Fortsetzung als Via del Mandrione um den
Aquädukt herum. Hinzu kommt, dass mehrere Eisenbahnlinien überquert
werden. Die Straße ist teilweise ziemlich eng und nur in einer Richtung
befahrbar - stadteinwärts. Die Gegend entlang der Via Casilina
Vecchia ist sehr spannend, zum Teil sind Wohn- und Gewerbegebäude
bis an den Aquädukt herangebaut. Direkt nachdem man das erste Mal
unter dem Aquädukt durchgeht, befindet sich ein Schild mit der Aufschrift
"Roma Antica", das ein Bildhauer hergestellt hat, der dort seine Werkstatt
hat.
Via del Mandrione
Die Via del Mandrione ist insofern
sehr interessant, als dass sich hier fast hundert Jahre lang eine sehr
bekannte Barackensiedlung befand, die immer wieder im Auftrag der Stadtverwaltung
abgerissen wurde, aber es haben sich jedes Mal wieder neue Obdachlose angesiedelt.
Entlang der Via del Mandrione kann man noch heute mit Kacheln
und Fliesen ausgekleidete Bögen sehen, da die Baracken an den Akuädukt
heran bzw, in die Bögen hineingebaut wurden.
An der Kreuzung mit der Via Marrara
ist es empfehlenswert dieser nach rechts zu folgen, um dann sofort nach
links in die Via Piegaro einzubiegen, da man von der rechten
Seite aus einen deutlich besseren Blick auf den Aquädukt hat. Von
der Via Piegaro muss man sich auf die Via Tuscolanadurchschlagen
und dieser dann nach links bis zur Via Porta Furba folgen.
Der Aquädukt ist bis dort hin in erstaunlich gutem Zustand, verläuft
aber leider durch das Gelände der Banca d'Italia und ist der Öffentlichkeit
nicht zugänglich.
Ab der Via Porta Furba kann man dann auch der
zweiten Tour
folgen.
Wer geradeaus der Via Tuscolana
folgt, kommt direkt zum Arco di Travertino, wo der Aquädukt
die Via Tuscolana kreuzt.
Wer es stattdessen ein wenig abenteuerlicher
will, aber dafür zwei parallel verlaufende Aquädukte geniesen
will, der muss eben links in die Via Porta Furba einbiegen,
unter dem Aquädukt durchgehen und links die Straße hochgehen.
Oben geht es dann nach rechts, über die Brücke und immer gerade
aus, wieder der Via del Mandrione entlang. Insgesamt durchgeht
man drei Bögen, zwischen diesen drei Bögen befindet man sich
in einem geschlossenen Raum, da die Straße auf beiden Seiten von
Aquädukten flankiert wird. Nachdem man den dritten Bogen durchquert
hat, befindet sich auf der rechten Seite die Fontana di Clemente
XII, gerade aus ist der Arco di Travertino, ein Bogen
im Aquädukt, welcher über die Via Tuscolana hinwegführt.
Die nicht so Abenteuerlustigen nehmen ab
hier am besten die Metro, entweder gehen sie zurück zur Haltestelle
Arco di Travertino oder geraudeaus weiter an der Via Tuscolana entlang
zur Haltestelle Porta Furba. Von dort nehmen sie die
Metro Richtung
Anagnina und steigen an der Haltestelle Lucio Sestio wieder
aus. Der gleichnamigen Straße folgen, bis zur Via Viviani (Sackgasse
auf der linken Seite), an deren Ende man zwischen einer Mauer und einem
Gebäude hindurch in einen herrlichen Park tritt, den Parco degli
Acquedotti.
Vicolo dell'Acqua Felice
Die Abenteuerlustigen gehen nicht unter dem Aquädukt
durch, sondern begeben sich auf die rechte Seite der Via Tuscolanaund
folgen dem Vicolo dell'Acqua Felice, welcher, direkt am Aquädukt
entlang zu einem Park führt. Durch den Park kann man unter Bäumen
spazieren, oder Radfahren, links ist der komplett erhaltene Aquädukt
(Aqua Felice) während rechts immer wieder Bruchstücke des zweiten
Aquädukts auftauchen. Der Weg endet mehr oder weniger im Nichts, gerade
aus wohnt jemand (legalerweise???), links geht es auch nicht weiter, aber
rechts geht es auf einen Spielplatz. Von hier aus muss man sich immer am
Aquädukt entlang durchschlagen, bis man zum Torre Fiscale,
einem gut erhaltenen, mittelalterlichen Turm kommt, an welchem sich verschiedene
Aquädukte kreuzen. Ein paar Meter weiter befindet sich der Tennisclub
"La Torre". Zwischen dem Turm und dem Tennisclub geht ein Pfad unter dem
Aquädukt durch, der Zugang ist durch zwei große Steine markiert.
Nach ein paar Metern findet man eventuell ein ausgebranntes Moped... Der
Pfad schängelt sich durch Schilf, über Felder, unter der Eisenbahn
hindurch, zwischen Zäunen entlang, bis man auf die Via del Quadraro
kommt. Hier geht man nach links, an den Sportplätzen und den Wohnwagen
der Zigeuner vorbei, an der ersten Kreuzung (Via Viviani)
hält man sich rechts und man ist dort, wo die Metrofahrer schon seit
langem sind: im Parco degli Acquedotti.
Parco degli Acquedotti
Hier kann man herrlich über die Wiesen laufen
und gemütlich im Grünen den beiden Aquädukten folgen, direkt
am Beginn des Parks befinden sich links weitere römische Ruinen.
Folgt man den beiden Aquädukten so kommt
man nach 1-2 km an einen künstlichen Teich, wo man sich gut ausruhen
kann. Wer weiter geht, stellt fest, dass der linke Aquädukt bald endet
bzw. im Boden verschwindet, während der rechte bis zur Via delle
Capannelle weitergeht. Hier fährt der Bus 654 lang,
der einen (nach links) zur Metro A, Haltestelle Cinecittà
bringt. Auf der rechten Seite kann man aus dem Bus die eindrucksvollen
Überreste einer der größten römischen Villen sehen
- die Villa dei Sette Bassi.
An der Metrostation Cinecittà
befindet sich das römische Hollywood, die berühmten Filmstudios
(Cinecittà heißt übersetzt Filmstadt), in denen zum Beispiel
"Cleopatra" (mit Elizabeth Taylor) und "Das Leben ist schön" (von
und mit Roberto Benigni) gedreht wurden. Links neben den Studios, ca. 500m
entfernt, befindet sich Roms erstes Einkaufszentrum, Cinecittà
Due, mit über 100 Geschäften, McDonald's, Pizzaläden
etc. Hier können Durst und Hunger gestillt werden! Von der Haltestelle
Subaugusta (direkt vor dem Einkaufszentrum) befördert einen dann
die Metro A wieder ins Zentrum.
2. Tour - Acquedotto Alessandrino
Via Porta Furba/Via di Tor Pignattara
Hier beginnt die zweite Tour, als Ableger von
der 1. Tour folgt man einfach der Via Porta Furba, bis man
an einen weiteren Aquädukt kommt, den Acquedotto Alessandrino(als
AA ab sofort abgekürzt).
Man kann die Via Porta Furba auch
direkt mit der Metro A ansteueren, die relevante Haltestelle
ist
Arco di Travertino.
Die zweite Möglichkeit ist, aber der
Stazione Termini oder der Porta Maggiore die Ferrovia Laziale
zu nehmen, die die Via Casilina langfährt. Ausstieghaltestelle
ist Tor Pignattara (Augen offen halten - wird nicht angekündigt),
man folgt dann einfach der Via di Tor Pignattara, bis man
an den AA kommt.
Der AA verläuft in einem Park, der im
Moment instandgesetzt wird und bald recht nett aussehen sollte. Dieser
Teil des Aquädukts ist für circa 1 km sichtbar, danach verschwindet
er wieder. Bis er das nächste Mal auftaucht, sind circa 2 km zurückzulegen.
Am besten ist es, auf die Via Casilina zurückzukehren
(am besten über die Via A. Berardi), man läuft
dann direkt auf das Mausoleum der Helena zu, das aus dem 3. Jahrhundert
nach Christus stammt. Alternativ kann man durch den an das Mausoleum angrenzenden
Park bis zur
Via dei Gordiani gehen, und dieser zurück
zur Via Casilinafolgen, oder man geht direkt die Via
Casilina entlang. Rechts befindet sich das Gelände des ehemaligen,
ersten römischen Flughafens. Dieses soll in Zukunft in einen 120 ha
großen Park umgewandelt werden, in dessen Zentrum sich die Überreste
einer römischen Villa mit antikem Schwimmbecken befinden. Das Mausoleum
gehörte einst zu dieser Villa.
In der Mitte der Via Casilina verlaufen
die Schienen der Ferrovia Laziale, hier in sehr großem Abstand zueinander,
da dazwischen weitere römische Überreste zutage treten. Es geht
weiter an der Via Casilina entlang, bis zur Via di
Tor de Schiavi.
Centocelle - Tor Tre Teste
Dort geht es dann nach links, in das Viertel
Centocellehinein,
welches übrigens fast komplett illegal erbaut wurde. An der Piazza
delle Camelie geht es dann rechts in die gleichnamige Straße,
bis zur Piazza San Felice di Cantalice, wo der AA dann wieder
langsam aus dem Boden hervorkommt. Links und rechts des AA verläuft
die Via Pioppi den Hang hinunter, bis zum Viale Palmiro
Togliatti, wo der AA die imposante Höhe von 19 Metern erreicht!
Auf der anderen Seite des Viale Palmiro Togliatti wird er
den Hang hinauf (Via degli Olmi) wieder niedriger, am nächsten
Gefälle sind dann nur noch Bruchstücke vorhanden. Wenn man dem
AA weiter
folgt, kommt man in den Park der Trabantenstadt Tor Tre
Teste, welcher komplett vom AA durchquert wird. Hier ist es besonders
nett, dem AA zu folgen, zwischen Palmen hindurch, über grüne
Wiesen. Durch
Tor Tre Teste fährt der Bus 556,
der einen zur Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 19 bringt,
welche bis zur Porta Maggiore
und dann weiter bis zum Vatikan
fährt. An der Porta Maggiore kann man auch in die Straßenbahnen
5 und 14 umsteigen, welche zum Hauptbahnhof Termini fahren.
Letztendlich kommt man auf die Via di
Tor Tre Teste. Auf der anderen Straßenseite ist ein alter
Schrottplatz, links davon ein Bogenschießplatz. Diesen sollte man
links herum umgehen und der Via V.R. Lanari folgen, welche
die Verbindung der Via di Tor Tre Teste und der Via
Walter Tobagi darstellt. Von dort sieht man ein weiteres Fragment
des AA. An einer Stelle ist der Zaun, der die Äcker von der Via
Tobagi trennt, zerstört, man kann dort hineingehen und dem
Verlauf des AA (durch die Felder!) folgen ,welcher auf der anderen Seite
des Hügels wieder den Hang hinuntergeht. Folgt man dem AA auf
der linken Seite (rechts geht nicht: Stacheldraht!) stößt man
auf einen geteerten Feldweg, welchem man folgen sollte. Nach rechts hat
man nach ein paar 100m eine tolle Sicht auf den AA, letztendlich führt
sie zu einem Bauernhof (Sackgasse), nach links kommt man auf die Via
Prenestina. Am Ende des Feldweges gibt es ein Tor, welches am
Wochenende geschlossen ist. Auf der Via Prenestina verkehrt der Bus
501, welcher (nach links, also stadteinwärts) zum Largo Preneste
fährt. Dort kann man dann in die Straßenbahnlinien 5, 14
oder 19 umsteigen, die ins Zentrum fahren. Wahlweise kann man aber
auch den Bus 409 nehmen, der in die eine Richtung zur Stazione
Tiburtina (Metro B) und in die andere Richtung zur Metro A (Arco
di Travertino) fährt.
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